Knappenverein Glückauf-Südkamen 1901

Das Steigerlied

Glück Auf, der Steiger kommt


Das Steigerlied, auch Steigermarsch oder "Glück auf, der Steiger kommt", ist ein deutsches Bergmanns- und Volkslied.

Die Ursprünge des Steigerliedes reichen bis in das 16. Jahrhundert zurück. Die dritte und die vierte Strophe erschienen in ähnlicher Form als elfte und zwölfte Strophe in dem Lied "Es soll ein Meidlein frü auf stan", das in den 1531 in Zwickau erschienenen Bergreihen enthalten war. Als eigenständiges Werk erschien der Marsch mit der ursprünglichen Zeile "Wache auff, der Steyer kömmt" im um 1700 im sächsischen Freiberg gedruckten Bergliederbüchlein.

Foto: Jürgen Etzold

Thema des Steigerliedes ist die Hoffnung der Bergarbeiter, nach der harten und gefährlichen Arbeit im Bergwerk wieder ans Tageslicht und zu ihren Familien zurückzukehren. Andere Quellen sprechen davon, dass der Refrain "Glück auf!" das Glück beschwört, der Berg möge sich auftun, und den Abbau von Kohle oder Erzen zu ermöglichen. Während die ersten vier Strophen die Gemeinsamkeit haben, dass das Ende der vorangehenden Strophe in der ersten Textzeile der Folgestrophe aufgegriffen wird, fehlt diese Kontinuität in der fünften und sechsten Strophe. Es ist anzunehmen, dass diese Strophen zu einem späteren Zeitpunkt hinzugedichtet wurden. Details des Liedtextes weichen je nach Gebiet ab.

Das Lied ist heute in nahezu allen Bergbauregionen Deutschlands anzutreffen und hat für Bergleute und Personen, die sich dem Bergbau verbunden fühlen, den Charakter einer Hymne. Es ist fester Bestandteil von Bergparaden im Erzgebirge und im Ruhrgebiet. Es wird außerdem bei Sportveranstaltungen, unter anderem bei Heimspielen des FC Schalke 04, von Rot-Weiss Essen und des FC Erzgebirge Aue, gespielt und gehört zum Standard-Repertoire von Studentenverbindungen. Außerdem wird es auf vielen Parteitagen der SPD gespielt und gesungen.

Anlässlich der Volksabstimmung über den Widerbeitritt zum Deutschen Reich (13. Januar 1935) wurde der Text "Deutsch ist die Saar" auf die Melodie des Steigerlieds verfasst. Nach dem Krieg verwendete Radio Saarbrücken - der spätere Saarländische Rundfunk - bis in die 1980er Jahre vier Takte des Steigerliedes, (analog zur Textzeile "...und er hat sein helles Licht bei der Nacht ...") auf einem Horn gespielt, als Senderkennung (Jingle). Das Lied selbst gilt als "heimliche Nationalhymne" des Saarlandes.

Bei vielen Studentenverbindungen wird gemäß einer in Clausthal-Zellerfeld entstandenen und heute weit verbreiteten Tradition das Steigerlied nach dem so genannten Mitternachtsschrei gesungen. Im Anschluss an das Steigerlied folgen die Fakultätsstrophen in der Reihenfolge Bergleute, Hüttenleute, andere Berufsgruppen.



Das Lied

Glück Auf, der Steiger kommt


Glück Auf, Glück Auf, der Steiger kommt,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
schon angezünd't, schon angezünd't!

Schon angezünd´t, das gibt ein' Schein,
und damit so fahren wir bei der Nacht,
und damit so fahren wir bei der Nacht,
ins Bergwerk ein, ins Bergwerk ein.

Ins Bergwerk ein, wo die Bergleut' sein,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht,
aus Felsgestein, aus Felsgestein!

Der eine gräbt Silber, der andere gräbt das Gold,
doch dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht,
doch dem schwarzbraunen Mägdelein bei der Nacht,
dem sein sie hold, dem sein sie hold!

Ade, nun ade, Herzliebste mein,
und da drunten im tiefen finster'n Schacht bei der Nacht,
und da drunten im tiefen finster'n Schacht bei der Nacht,
da denk´ ich dein, da denk´ ich dein!

Und kehr' ich heim, zur Liebsten mein,
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,
dann erschallet des Bergmanns Gruß bei der Nacht,
Glück Auf, Glück Auf, Glück Auf, Glück Auf!

Die Bergleut' sein kreuzbrave Leut',
denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht,
denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht,
und saufen Schnaps, und saufen Schnaps!

Während die vorherigen Strophen 1 - 6 sitzend gesungen werden, stehen die anwesenden Bergleute bei der letzten, der 7. Strophe meistens auf. Nach dem Singen dieser Strophe wird angestoßen und ein Schnaps getrunken.

Mittlerweile kursieren eine Reihe weiterer Strophen, die ähnlich aufgebaut sind, für verschiedenste Gruppen, wie z. B. Hüttenleute, Chemiker, aber auch Hausfrauen. Hierbei enden die Strophen allerdings auf "und saufen's auch"


Die gern gesungene Hausfrauenstrophe :

Wir Hausfrauen sein, sein kreuzbrave Leut,
denn wir hacken Petersilie und vermehren die Familie,
denn wir hacken Petersilie und vermehren die Familie,
und saufen's auch, und saufen's auch.

Quelle: Wikipedia

Seitenanfang

Powered by Georg & André Wenzel